efh_143 Einfamilienhaus im Obstgarten

Im Zuge der Verlegung einer landwirtschaftlichen Hofstelle aus dem engen Dorfzentrum heraus, wurde neben der neuen Hofstelle des Obstbaubetriebes für die Familie des Landwirts ein neues Wohnhaus geplant und gebaut. Das neue Wohnhaus steht, etwas distanziert zum Wirtschaftgebäude, auf einem flachen Grundstück am Ortsrand einer kleinen Gemeinde in Mitten der eigenen Obstanbauflächen. Ein lang gezogener eingeschossiger Baukörper „schwebt“ optisch leicht angehoben über der flachen Wiese. Ein nach Süden sich öffnendes Pultdach, die mit wenigen Öffnungen und dem Zugang versehene Nordfassade sowie die leicht angehobene Bodenplatte sind einheitlich kupferverkleidet und umhüllen schützend in großzügiger Geste die nach Osten, Westen und Süden raumhoch verglasten Wohnräume des Gebäudes und bilden dabei gleichzeitig ein dreiseitig umlaufendes großes Vordach sowie eine gleich große umlaufende Terrasse. Durch die großen Glasflächen im Osten, Süden und Westen und das zur Sonne geöffnete Pultdach folgen die Wohnräume dem Lauf der Sonne und werden dabei den ganzen Tag ideal belichtet und besonnt bzw. kann die passive Sonnenergie optimal genutzt werden. Die großen Dachvorsprünge schützen vor sommerlicher Überhitzung. Erschlossen wird das Gebäude über einen nordseitig eingeschnittenen überdachten Eingang bzw. kann das Gebäude auch über eine angrenzende Schmutzschleuse separat erschlossen werden. Der raumhoch verglaste Eingangsbereich mit Garderobe und angrenzendem WC geht direkt über in den süd- und westseitig orientierten, offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich und ermöglicht von der Kochstelle aus den ausdrücklich gewünschten Einblick in den rückwärtigen Hofbereich. An die Garderobe anschließend und durch eine Schiebtüre abtrennbar, erschließt ein langer Flur ein südorientiertes Büro die südseitigen Schlafzimmer der Kinder und kopfseitig im Osten das Elternschlafzimmer mit Ankleide und Bad. Im Elternschlafzimmer, Bad und in der Ankleide wurde ein schmales durchgehendes Lichtband unter der Decke dazu genützt optisch die Wand von der Decke abzulösen und die Morgensonne einzufangen. Im rückwärtigen Bereich des als Zweispänner ausgelegten Grundrisses sind Schmutzschleuse, ein Gästezimmer sowie ein Kinderbad/Gästebad untergebracht. Eine dreiseitig umlaufend vorgelagerte und überdachte Terrasse verbindet übergangslos den Innen- mit dem Außenraum, erweitert so optisch die Räume und fügt mit der umlaufend raumhohen Glasfassade alles zu einer einheitlichen und zurückhaltend ruhigen Architektur zusammen. Durch das leichte Anheben der Bodenplatte blickt man bei guter Sicht, schleifend über die Obstplantagen bis in die Alpen bzw. kann man von jedem Zimmer aus die umliegenden eigenen Obstplantagen beim Wuchs, der Blüte, oder der Ernte beobachten. Im Gegenzug ist aus der Entfernung betrachtet bei genauem Hinsehen vom Wohnhaus nur die Dachkante über der Obstplantage zu erkennen. Beheizt wird das Gebäude über eine Holz-Fernwärmeheizung die im benachbarten Wirtschaftsgebäude untergebracht, mit dem anfallenden Holz gerodeter Plantagenbäume befeuert wird. Ergänzt wird das Energiekonzept mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes. Der Holzofen im Wohngebäude kann in der Übergangszeit oder bei Spitzentiefstwerten zusätzlich zum Heizen genutzt werden.