efh_142 Einfamilienhaus am Thüringerberg

Das zweigeschossige Wohnhaus für eine Familie befindet sich in Dorfrandlage auf einem Südhang ca. 740 Meter über dem Meer mit Blick über das Walgautal mit all seinen Berggipfeln. Das Gebäude öffnet sich zum einen talseitig nach Süden mit Blick auf die Berge und über Eck in westlicher Richtung mit Blick auf ein angrenzendes Waldstück mit Bachlauf. Das Gebäude steht talwärts senkrecht zur Höhenlinie und wird hangseitig ebenerdig über eine Stichstraße erschlossen. Ein großzügig überdachter Eingangsbereich mit angeschlossenem Lagerraum bietet Platz für allerlei Fahrzeuge und schützt den schwellenlosen Zugang vor der Witterung. Vom Eingang mit Garderobe und angegliederter Nasszelle betritt man eine Zwischenzone mit offener Küche zur einen, und Zugang zu einer großen Loggia mit Gartenzugang bzw. Treppe in das Untergeschoß zur anderen Seite.  Die offene Küche erweitert sich in Verlängerung zu einem Essbereich mit Wohnzimmer. Ein raumhohes rundum freistehendes Element aus Stampflehm beinhaltet eine Holzofen-Heizung und trennt den Wohnbereich optisch ab. Der Ess- und Wohnbereich ist talseitig Richtung Süden und nach Westen raumhoch verglast und nutzt besonders in den Wintermonaten die Sonneneinstrahlung als passiven Energiebeitrag. Ein entlang der Verglasung vorgelagerter Balkon erweitert sich Richtung Westen zu einer großen Loggia. Ein großes Schiebelement verbindet räumlich den gesamten Wohn-, Koch- und Essbereich mit dem Außenbereich. Eine Balkonüberdachung schützt die Loggia vor der Witterung verschattet in den Sommermonaten die Glasflächen und vermeidet dadurch eine sommerliche Überhitzung. Von der Zwischenzone führt eine einläufige Treppe in das Gartengeschoß. Über einen Verteilerflur parallel zum Treppenlauf werden die Kellerräume, die nach Süden orientierten Schlafzimmer sowie nach Osten orientierten Badezimmer erschlossen. Die Kinderzimmer, ein Gästezimmer und das Elternschlafzimmer sind jeweils Richtung Süden mit Blick in das Tal raumhoch verglast und verfügen über einen direkten Gartenzugang. Das Elternschlafzimmer ist zusätzlich über Eck Richtung Westen mit Blick in den Wald geöffnet und verfügt außerdem über eine Ankleide mit eigener Nasszelle. Die Fassade, Fenster und Deckenverkleidung bestehen aus naturbelassenen Weißtannenholz. Die Holzfassade bekommt im Laufe der Zeit eine bewusst natürlich graue Patina. Die Bodenbeläge sind aus Eiche. In den Nasszellen wurde Naturstein verlegt. Sämtliche Innenwände sind mit Lehm verputzt und geseift. Das Energiekonzept des Gebäudes wurde perfekt auf den Standort und Höhenlage des Gebäudes abgestimmt. Beheizt wird das Gebäude mit einem Ganzholzofensystem mit Wärmetasche aus Stampflehm. Eine thermische Solaranlage auf dem Dach dient zusätzlich zur Warmwasserbereitung und ist außerdem an eine Betonkernaktivierung angeschlossen. Dies ermöglicht einen Teil der überschüssigen Energie in den Sommermonaten zu speichern. Große Fensterflächen in Richtung Süden und Westen als passiver Energiebeitrag ergänzen das Energiekonzept. Kleine Fensteröffnungen auf den weniger besonnten Fassaden reduzieren den Wärmeverlust über die Außenhülle. Da das Gebäude nachweislich einen Großteil seiner Energie Solar erzeugt, darf es als „Sonnenhaus“ bezeichnet werden. Eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung kann jeder Zeit ergänzend nachgerüstet werden.