efh_122 Einfamilienhaus in Altach

Das zweigeschossige Wohnhaus mit Unterkellerung steht mitten in einem Dorf auf einem flachen Grundstück mit großem Nussbaum und angrenzenden Wiesen. Das Gebäude besteht aus zwei senkrecht zueinander gestapelten Baukörpern.

Beide Baukörper werden durch eine unterschiedliche Materialität optisch klar voneinander getrennt. Der untere Baukörper aus Beton mit Carport, Lagerraum und  überdachtem Zugang steht parallel zur Straße und schützt den dahinter liegenden Gartenbereich vor Einblicken. Der obere Baukörper aus Holz liegt senkrecht auf dem unteren Baukörper auf und bildet ebenerdig Raum für einen offenen Wohn-, Ess- und Kochbereich mit direktem Gartenzugang.

Das Gebäude wird, geschützt durch den überdachten Eingangsbereich, straßenseitig erschlossen. Vorbei an einer Garderobe mit dahinter liegendem Abstellraum betritt man in einen auf zwei Seiten über die gesamte Länge raumhoch verglasten offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich mit anschließendem Terrassensitzplatz. Vorgelagerte Terrassen entlang der Glasfassade erweitern optisch den Raum. Der überhängende obere Baukörper überdeckt die Terrassen, verschattet die großen Glasflächen und schützt somit das Gebäude vor sommerlicher Überhitzung. Im Winter wird die Sonneneinstrahlung als passiver Energiebeitrag genutzt. Ein auf der Fassadenordseite angebrachter Schiebeladen kann als zusätzlicher Schutz vor den Terrassensitzplatz geschoben werden.

Entlang der geschlossen gehaltenen Nordseite gelangt man über eine geschlossene einläufige Treppe in das Obergeschoß bzw. in den Keller. Die Zimmer im Obergeschoß werden über einen Flur erschlossen. Stirnseitig Richtung westen ist ein kleines Büro mit großem Fenster untergebracht. Die Kinderzimmer, das Bad und das Elternschlafzimmer sind südorientiert und über die gesamte Breite raumhoch verglast. Ein vorgelagerter, überdachter Balkon verbindet die Zimmer miteinander und lässt die Räume optisch größer wirken. Das nach Osten orientierte Schlafzimmer der Eltern, mit angegliederter Ankleide, hat zusätzlich eine Übereckverglasung und blickt direkt in die Baumkrone des alten Nussbaums.

Das Gebäude ist konsequent nach den Kriterien der Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung geplant und gebaut. Die Fassade aus naturbelassenem Weißtannenholz bekommt im Laufe der Zeit eine natürlich graue Patina. Das vorgegebene Raumprogramm wurde mit einem wirtschaftlichen Grundriss straff organisiert. 3-Fach verglaste Fenster, sowie die hoch wärmegedämmte Außenhülle übertreffen die gesetzlichen Vorgaben. Kleine Fensteröffnungen auf den weniger besonnten Fassaden reduzieren außerdem den Wärmeverlust über die Außenhülle. Beheizt wird das Wohnhaus mit einer Nahwärmeleitung der Pelletheizung des brüderlichen Metzgereibetriebes in ca. 100 Meter Entfernung ergänzt durch einen kleinen Holzofen im Wohnraum. Warmwasser erfolgt über die Abwärme der Kühlräume der Metzgerei. Eine Photovoltaikanlage ist konstruktiv vorgesehen und kann jeder Zeit nachgerüstet werden.